Verkehrslawine

In Jeßnitz zeitweise kein Vorankommen

Stadt wird für Autos zum Nadelöhr - Polizei: Fahrten vermeiden

Von Bärbel Helbig

Jeßnitz/MZ. Nach dem Wasser muss Jeßnitz jetzt mit einer neuen Flut fertig werden: Mit einer Autokarawane, die sich unablässig durch die Stadt wälzt. Zeitweise bewegte sich am Donnerstag schon weit vor dem ersten Kreisel kein Rad mehr, auf den Zufahrtsstraßen aus Richtung Wolfen und Greppin bildeten sich kilometerlange Staus.
 

Seit die B 100 zwischen Bitterfeld und Pouch sowie Raguhn und Kleckewitz unpassierbar geworden sind, sehen viele in der Strecke über Jeßnitz derzeit die einzige Möglichkeit, aus Richtung Bitterfeld nach Muldenstein, Friedersdorf, Mühlbeck, Pouch oder Gräfenhainichen zu gelangen.

 

Zum Durchgangsverkehr kommen noch ungezählte Einsatzfahrzeuge, mit denen Aufräum- und Reparaturtrupps nach Jeßnitz, Raguhn oder Kleckewitz unterwegs sind. Nur mühsam voran kommen vor allem die großen Müllfahrzeuge, die die Schuttberge abtragen helfen. Das Beladen in den engen Straßen ist mitunter ein Kunststück. Dabei lässt sich oftmals nicht vermeiden, dass ein Teil der Straße blockiert, die Autokolonne immer wieder aufgehalten wird.
 

Solange die B 100 an der Goitzsche gesperrt bleiben muss, wird sich die Situation kaum ändern. Polizeisprecher Klaus Wolf von Bitterfelder Revier kann Autofahrern nur diesen Rat geben: "Wer nicht unbedingt fahren muss, sollte Jeßnitz verschonen. Auf keinen Fall sollten Fahrzeuge in der Stadt abgestellt werden, um die Aufräumarbeiten nicht zu behindern."
 

In den vergangenen Tagen sind bereits die Kipper, die Betonteile zum Dammbau zwischen Mulde und Goitzsche nach Pouch brachten, durch Jeßnitz gerollt. In der Stadt und auf der lädierten Straße nach Roßdorf kamen die Lkw-Fahrer oft nur im Schritttempo voran. "Jeßnitz war die schlimmste Engstelle", sagt Frank Heilmann aus Bergwitz, der in 12-Stunden-Schichten seine Runden zwischen Pouch und Steinbruch Schwerz (Saalkreis) drehte. Die Radfahrer seien die schlimmsten Hindernisse gewesen, stellt ein Kollege fest. Heilmann ergänzt das aus eigenem Erleben: "Aber viele auf der Straße haben uns auch prima durchgelassen."
 

Quelle: Mitteldeutsche Zeitung