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Ein Paar Schuhe für erste Schritte |
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Querfurterin leitete gestern Sammelstelle |
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Von Brigitte Mittelsdorf |
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Jeßnitz/MZ. Nur in der Sammelstelle mag sie nicht bleiben. Zusammen
mit anderen Frauen, meist Lehrerinnen und Erzieherinnen aus dem Kreis,
fährt Waltraud Fritzsche durch Jeßnitz. Und sie bietet das an, was so
viele jetzt bitter nötig haben: Decken, Kleidung, Schuhe oder auch
Zahnpasta und Nahrungsmittel. Denn seit Dienstagfrüh hat sich die
Sekundarschule, deren Hof noch unter Wasser steht, in ein riesiges
Warenlager verwandelt. Und Waltraud Fritzsche hat zumindest für diesen Tag
die Organisation übernommen. Sie gehört zu denen, die von weit her zur Hilfe eilen. Die energische Frau war Pflegedienstleiterin im Krankenhaus Querfurt. "Als ich die Bilder im Fernsehen sah", erzählt sie, "habe ich meinen Bürgermeister angerufen: Ich will dahin. Ich will was tun." Sie kam mit einem Lkw, vollgepackt mit Sachen, die die Querfurter in Windeseile zusammen getragen hatten. "Sie wissen doch noch, wie es war, als es in der DDR Südfrüchte gab", sagt Waltraud Fritzsche und lächelt: "So standen die Leute Schlange, um Hilfsgüter abzugeben." |
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Und doch: Das,
was sie hier sieht und erlebt, schnürt ihr oft die Luft ab. "Ich begegne
so viel Mut, so viel Tapferkeit", sagt sie. "Aber wenn man den Leuten
richtig ins Gesicht sieht, dann weinen sie." Seit Dienstagmorgen hat
Waltraud Fritzsche mit den anderen Helferinnen unermüdlich Sachen
geordnet, ausgegeben. Jeder, der kommt, erhält einen Sack, kann dort
hineintun, was er benötigt. "Schuhe in der Größe 42? Kein Problem." "Eine
kurze Hose in Größe 104? Na, da finden wir bestimmt etwas Schönes."
Kaum
nachvollziehbar, wie die Frauen den Überblick behalten, wissen, wo sie
etwas Gesuchtes finden können. "Und was nicht so toll war", sagt Waltraud
Fritzsche, "das geben wir als Putzlappen ab." Doch manchmal hat sie den
Eindruck, dass die Leute noch gar nicht wissen, was sie noch benötigen
werden. Und vor allem: "Ich glaube, sie brauchen nicht so sehr das, was
wir haben. Sondern Geld und Baumaterial", fügt sie leise hinzu.
Stadträtin
Ines Mühlbauer, die am Dienstag per Megaphon über die neue Sammelstelle
die Jeßnitzer informierte, ist fasziniert von der Welle der
Hilfsbereitschaft. "Aus allen Himmelsrichtungen kommen die Leute." Das hat
übrigens auch ein kleines Mädchen gesehen, Maria Gramsch aus Roßdorf: Ein
Mann mit Delitzscher Autonummer sei gekommen, erzählt sie. "Der hatte die
Rücksitze runtergeklappt. Und dort lagen Kinderwagen und ganz viel
Spielzeug." "Bettwäsche?" fragt Doris Altmann, Lehrerin aus Zörbig, eine Frau, die zur Sammelstelle kommt. "Aber ja, gehen sie dort entlang. Meine Kolleginnen helfen ihnen." Quelle: Mitteldeutsche Zeitung |
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